Diese spezielle Erkrankung der Saugwelpen wird hier der Mikrobiologie insoferne angebunden, da nach meiner Beobachtung bei dieser Anomalie der Neonaten ein Bakterium - Staphylococcus Pseudintermedius - eine gesonderte Rolle einnimmt. Nach den Forschungsarbeiten einiger namhafter englischer Wissenschaftler der 70-ger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde diese Erkrankung als kongenitales Problem, welches durch ein einfaches autosomales, rezessives Gen mit vollständiger Penetranz vererbt wird, angesprochen, welches sich nach der Geburt als vollkommen letal erweist, da Welpen mit diesem Syndrom ohne menschliche Hilfe die ersten Wochen post partem nicht überleben. Die Wissenschaftler erwähnen auch, daß es sich bei den betroffenen Welpen auffallend häufig um besonders kräftige Neonaten handelt. Bei künstlicher Aufzucht werden Welpen nach diesen Forschungsarbeiten kaum älter als wenige Monate bzw. überschreiten ihr 3. Lebensjahr auf Grund von Abnormitäten im Zerebellum nicht, wobei der Schaden in einem Ausfall der Purkinje-Zellen in der Sektion nachgewiesen wurde. Von anderen Forschern wiederum wurde diese spezielle Erkrankung der Neonaten mit einer hämolytischen Anämie beschrieben,die auf Grund von Muttermilchunverträglichkeit verursacht werden würde. Alle Autoren weisen ebenfalls neben der Quadriplegie auf gleichzeitiges Vorliegen von Herz-Kreislaufinsuffiziensen, vermehrtem Schreien betroffener Neonaten, schwerer Atemnot und abartigem Freß.- bzw. Saugverhalten mit Kieferklammern bei fortschreitendem Alter der Welpen hin. Quadriplegie ist nicht sofort nach der Geburt am Neonaten erkennbar, sondern manifestiert sich meist im Alter von 10 bis 14 Tagen post partem.
Nach eigenen Beobachtungen ist auffällig, daß betroffene Neonaten meist einer verzögerten oder erschwerten Geburt auf Grund ihrer Größe oder ihrer Lage ante partem im Geburtskanal entstammen und diese Neonaten ebenfalls eine entsprechende Fruchtwasserabsorption aufweisen. Welpen, die einer leichten Geburt entstammen, zeigten bisher die Symptome einer Quadriplegie niemals. Es stellt sich hiemit die Frage, ob es sich bei dem Flat-puppy-syndrom tatsächlich um ein seperates Gen handelt, welches diese neonatale Anomalie verursacht, oder ob es sich um ein autosomal rezessives Gen handelt, welches eine bestimmte Form von Dystokie vererbt, bzw. nicht in jedem Fall ein kongenitales Problem vorliegt, da auch eine Haltungsanomalie bzw. eine zu große Frucht Ursache dieses Neonaten-Syndroms sein kann. Des weiteren haben moderne Forschungsstudien aus England und den USA gezeigt, daß selbstverständlich auch Toxine, vor allem durch Infektionserreger, entsprechende Schäden auch im Gehirn und an den Purkinje-Zellen bedingen. In eigener Sektion betroffener Neonaten, die verstorben waren, wurde vor allem das Bakterium Staphylococcus Pseudintermedius auffällig, welches bei Symptomen der Atemnot in den Lungen, bei Symptomen von Fehlverhalten, wie u.a. Kieferklammern beim Saugen, auch im Hirn nachgewiesen wurde. Welpen mit Fruchtwasserabsorption zeigen beim Saugen Probleme, da sie in der Atmung behindert sind. Es kommt somit zum wiederholten Verschlucken und Abatmen von Muttermilch. Da mit dem Saugen auch Hautbakterien, vor allem Staph.pseudintermed. aufgenommen werden, gelangen diese somit bei Absorption in die Atemwege. Geburtsgestresste Welpen zeigen immer eine gewisse primäre Lebensschwäche und können nicht ausreichend Kolostrum post partem aufnehmen. Dies kompliziert die, durch Absorption in die Lungen gelangte Muttermilch verursachte, mechanische Lungenentzündung und es entsteht auf Grund der Bakterienaufnahme und der Immunsuppression eine bakterielle Aspirationspneumonie. Auf Grund der Schwere der Symptomatik liegen die Welpen flach. Werden rechtzeitig bakteriologische Untersuchungen eingeleitet, der Erreger erkannt und der betroffene Welpe analog zum Antibiogramm mit gleichzeitig verabreichtem Giftblocker therapiert, gesundet der erkrankte Welpe ohne Folgeschäden innerhalb kurzer Zeit und erreicht auch sein normales Lebensalter.
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